So gelingt eine gute Weiterbildungskultur

Welchen Nutzen Weiterbildung für jede Organisation hat, war bei uns bereits Thema in einem Blogartikel. Dabei wurde deutlich, dass Weiterbildung den wirtschaftlichen Erfolg und die Attraktivität Ihrer Organisation mitbestimmt.

Laut GetSmarter sind 92 % der Organisationen, die eine Weiterbildungskultur etabliert haben, zu Innovationen bereit. 58 % der Organisationen mit Weiterbildungskultur sind gut auf zukünftige Anforderungen in Ihrer Branche vorbereitet. Auch die Politik hat erkannt, dass Weiterbildung für den Erhalt unseres Wohlstandes unerlässlich ist, und deswegen eine neue Weiterbildungsstrategie auf den Weg gebracht. Durch gezielte Förderungen sollen Beschäftigte die Möglichkeit erhalten, ihre Kompetenzen kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Wie aber erreicht man, dass sich Beschäftigte gerne und regelmäßig weiterbilden? Dafür muss Lernen und Weiterbildung ein selbstverständlicher Bestandteil des Arbeitslebens werden. Mit anderen Worten: Sie müssen eine gute Weiterbildungskultur schaffen und Lernen fest in Ihre Organisation integrieren. Dieser Blogartikel zeigt Ihnen, wie Sie eine gute Weiterbildungskultur etablieren und welche Lernformate Ihnen dabei helfen.

Eine gute Weiterbildungskultur will geplant sein

Für eine gute Weiterbildungskultur ist es wichtig, dass alle Beschäftigte Weiterentwicklung und Lernen als gemeinsames Ziel ansehen. Dazu müssen Budget und Zeit zur Verfügung stehen. Außerdem sollten Sie die Weiterbildung Ihrer Mitarbeitenden zu einem festen Bestandteil Ihrer strategischen Personalentwicklung machen. Erheben und planen Sie den Weiterbildungsbedarf unter Berücksichtigung der Ziele Ihrer Organisation: Welche Inhalte sollen den Beschäftigten vermittelt werden? Wann und in welcher Form soll die Weiterbildung stattfinden? Welche Kompetenzen sollen aufgebaut werden, um den Erfolg der Organisation zu erhöhen? Abgesehen von der Beantwortung dieser Fragen, finden Sie im Folgenden vier Anreize, die Ihre Weiterbildungsplanung voranbringen.

Fragen Sie Ihre Mitarbeiter nach Ihrem Weiterbildungsbedarf

Führen Sie regelmäßig Mitarbeitergespräche, bei denen Sie die Weiterbildung gemeinsam besprechen, planen und auswerten. Es ist wichtig, dass Sie Ihre Beschäftigten dabei persönlich fragen, welche Fortbildungsangebote sie sich selbst wünschen oder dringend benötigen. Einigen Sie sich auf konkrete Lernziele, die im Laufe eines festgelegten Zeitraums erreicht werden sollen, und thematisieren Sie die erzielten Fortschritte. Diese Begegnung auf Augenhöhe wird sich motivierend auf die Beschäftigten auswirken.

Planen Sie ausreichend Budget ein

Berücksichtigen Sie bei der Planung des Weiterbildungsbudgets sowohl Kosten für die Teilnahme an Schulungen als auch für die Erstellung und Weiterentwicklung von Trainings.

Nutzen Sie eine Lernplattform

Gewähren Sie Ihren Mitarbeitenden über eine Lernplattform Zugang zu Trainings. Über die dokumentierte Trainingshistorie können sich Teilnehmende einen Überblick über bereits absolvierte Schulungen verschaffen. Sie dient zudem als Nachweis über alle absolvierten Kurse.

Benennen Sie einen Ansprechpartner für Weiterbildung

Stellen Sie einen festen Ansprechpartner für Weiterbildung und Lernen zur Verfügung, der die Mitarbeitenden unterstützt und ihnen bei konkreten Anfragen weiterhilft. Denkbar ist auch das Peer-to-Peer-Mentoring – eine Art des Coaching, bei dem ein Mentor seine Erfahrung und sein Wissen in regelmäßigen Treffen an eine weniger erfahrene Person (Mentee) weitergibt.

Individuelles Lernen – entscheidend für eine gute Weiterbildungskultur

Eine gute Weiterbildungskultur berücksichtigt die Bedürfnisse, Fähigkeiten und Interessensschwerpunkte der Mitarbeitenden. Ein erster Schritt sind regelmäßige Mitarbeitergespräche. Auf diese Weise können Sie den Weiterbildungsprozess individuell auf die Beschäftigten abstimmen.

Durch individuelle Lernangebote können Sie zudem zeigen, dass Sie Ihre Mitarbeitenden wertschätzen. Anders als bei Fortbildungen, die alle durchlaufen müssen, schaffen Sie beispielsweise durch Fortbildungen zur persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung Relevanz für jeden Einzelnen und erhöhen die Bereitschaft zum Lernen: "Wenn ich weiß, was mir das Lernen in der Praxis bringt, und wie mir die Lerninhalte im Arbeitsalltag weiterhelfen, bin ich motiviert und lerne dementsprechend erfolgreicher." Dies können zum Beispiel Fortbildungen sein, die sich an den aktuellen Aufgabenbereich richten oder auf eine neue Aufgabe vorbereiten. Mithilfe der folgenden Tipps können Sie Ihr Weiterbildungsprogramm auf die einzelnen Mitarbeiter zuschneiden und ihnen so das Lernen erleichtern.

Ermöglichen Sie selbstbestimmtes Lernen

Wenn die Beschäftigten eigenverantwortlich entscheiden können, wann, wo und was sie lernen, erhöht dies die Effektivität des Lernens. Nutzen Sie beispielsweise Erklärvideos oder Online-Trainings, die Sie auf einer Lernplattform zur Verfügung stellen. So können sich Ihre Beschäftigten selbst die benötigten Kurse auswählen. Sie haben zudem die Möglichkeit, im eigenen Tempo und zu einem geeigneten Zeitpunkt zu lernen.

Differenzieren Sie

Schneiden Sie die Fortbildungsangebote auf den Wissensstand der Beschäftigten zu. Beispielsweise können Einsteiger mithilfe eines digitalen Onboardings gleich zu Beginn ihrer neuen Tätigkeit mit der fachlichen Einarbeitung beginnen. Sie erhalten auf diese Weise ein Lernangebot, das auf ihr Bedürfnis zugeschnitten ist. Langjährige Mitarbeitende mit einem größeren Wissensstand profitieren hingegen von Kursen, die sich speziell an Fortgeschrittene richten. Um Mitarbeiter mit unterschiedlichem Wissensstand gleichermaßen anzusprechen, sollten Sie auf der Lernplattform Kurse mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bereitstellen. Außerdem sollten die Nutzer jeweils nur die für sie relevanten Kurse sehen.

Variieren Sie Lehrmethoden

Nutzen Sie unterschiedliche Lehrmethoden und -formate, um verschiedenen Lernpräferenzen zu berücksichtigen. Bei größeren Schulungsvorhaben erzielen Sie mit einer guten Mischung aus digitalen Medien und Präsenzveranstaltungen einen besseren Lernerfolg.

Leicht zugängliche Lernangebote – eine gute Weiterbildungskultur macht‘s möglich

Um Hürden abzubauen und alle Beschäftigten an Weiterbildungsangeboten teilhaben zu lassen, muss Weiterbildung in den beruflichen Alltag integriert werden und für alle zugänglich sein. Dies können Sie unter anderem mithilfe der folgenden Maßnahmen erreichen.

Schaffen Sie zeitliche Freiräume für Weiterbildung

Eine gute Weiterbildungskultur ist daran zu erkennen, dass Lernen flexibel während der Arbeitszeit erfolgt. Wie im ersten Abschnitt beschrieben, muss die angestrebte Weiterbildung dazu in den Arbeitsalltag eingeplant werden. Ihre Mitarbeitenden fühlen sich dadurch wertgeschätzt und werden nicht durch zusätzlichen Aufwand überlastet. Durch die in den Mitarbeitergesprächen festgelegten Ziele und Maßnahmen, stellen Sie sicher, dass die für Weiterbildung vorgesehene Arbeitszeit sinnvoll investiert ist.

Ermöglichen Sie praxisorientiertes Lernen

Wird neues Wissen in dem Moment erworben, in dem es benötigt wird, und anschließend im Arbeitsalltag angewendet, festigen sich Inhalte und bleiben nachhaltig im Gedächtnis. Ein Beispiel ist die Methode Learning on Demand. Dabei wird nicht auf Vorrat gelernt, sondern immer dann, wenn neuer Input für eine Aufgabe nötig ist. Digitale Lernformate wie Learning Nuggets oder Screencasts sind besonders geeignet, da sie spontanes Lernen ermöglichen. Stellen Sie Ihren Beschäftigten zum Beispiel ein mobiles Endgerät zur Verfügung, mit dem Informationen unmittelbar abgerufen werden können. Taucht beispielsweise ein Problem an einer Produktionsmaschine auf, kann ein dort platziertes Tablet oder das eigene Smartphone mit praktischen Hinweisen zur Problembehebung schnell Abhilfe verschaffen.

Ermöglichen Sie informelles Lernen

Abgesehen von didaktisch wertvollen Lernformaten und einem guten Angebots-Mix aus Workshops, Präsenzschulungen und digitalen Trainings, gehören Möglichkeiten des informellen Lernens zu einer guten Weiterbildungskultur. Fördern Sie in Ihrer Organisation daher den Austausch unter Kollegen und Vorgesetzten. Auf diese Weise profitieren alle von neuen Erkenntnissen.

Ein Wissenstransfer von einem Kollegen zum anderen findet nicht immer nebenbei statt. Es braucht auch Anreize und konkrete Gelegenheiten, neu erworbenes Wissen und Erfahrungen weiterzugeben. Organisieren Sie daher gezielte Anlässe, um über das Gelernte zu sprechen. Hierzu eignet sich zum Beispiel Lerngruppen, bei denen Gelerntes wiederholt und seine praktische Umsetzung reflektiert wird. Auch weitere Formen des Social (Collaborative) Learning bieten sich an.

Eine gute Weiterbildungskultur bedeutet Wertschätzung

Indem Sie Weiterbildung im Rahmen der Arbeitszeit einplanen, individuelle Interessen berücksichtigen und leicht zugängliche Angebote schaffen, verankern Sie die Weiterentwicklung Ihrer Mitarbeitenden fest in Ihrer Organisation. Digitale Lernformate bieten dabei die Möglichkeit, Angebote bedarfsgerecht zu gestalten. Lebenslanges Lernen und berufliche Weiterbildung sollten jedoch nicht nur eingefordert und unterstützt werden. Entscheidend ist, dass dies auch vorgelebt wird, beispielsweise durch Vorgesetzte, die sich regelmäßig fortbilden. So entkräften Sie das immer noch verbreitete Vorurteil, dass nur inkompetente Beschäftigte Weiterbildungen benötigen.

Stattdessen verleihen Sie Weiterbildungen ein positives Image und es entsteht ein gutes Lernklima, in dem sich alle ermutigt fühlen ihre eigene Entwicklung voranzutreiben.

Möchten Sie weitere Informationen zu diesem Thema?

Möchten Sie wissen, welche Maßnahmen zur Etablierung einer guten Weiterbildungskultur speziell zu Ihrer Organisation passen und wie Sie digitales Lernen effektiv in Ihre Arbeitsabläufe integrieren können? Wir stehen Ihnen gerne für Fragen oder eine weitergehende und individuelle Beratung zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns gerne.


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